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Montag, 7. April 2008

Spartenreport: OutPro ist draussen

Und das nächste aus - zu wenig Profis für einen Kanal. OutPro verlässt das digitale Basislager vor Erreichen des Spartengipfels.

Wie bei lettra haben rund 60 Mitarbeiter das Premium-Programm für Outdoor-Aktivitäten produziert. Aber die Rechnung ging auch hier nicht auf, und das nach nur 3 Monaten.

Was sind die Ursachen? Aus unserer Sicht 2 Komponenten:

Die Macher der Spartenangebote planen mit Mitarbeiterstäben, die selbst Sender mit analogen Reichweiten, wie zum Beispiel Tele zum Start nicht hatten. In Verbindung mit den hohen Verbreitungskosten, die im Verhältnis zur kapitalisierbaren Reichweite in keinem Verhältnis stehen, kann eigentlich kein Geschäftsmodell aufgehen.

Das werden die Herren sicherlich gerechnet und den Investoren mitgeteilt haben: Hier ist nicht mit kurzfristigen Erfolg zu rechnen! Anscheinend nicht laut genug, sonst würde man nicht kurzfristig handeln und gleich nach 3 Monaten die Finanzierung einstellen.

Kurzfristig in diesem Geschäft heißt 1 - 3 Jahre liebe Investoren. Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut.

Donnerstag, 3. April 2008

Spartenreport: Nachruf auf lettra

Noch einmal zum geniessen - Bücher zum Anschauen!



Es war ein Versuch, den Buchstaben und Büchern das bewegte Laufen zu lehren. Nicht in der gewohnten Form als Spiel- oder Fernsehfilm, sondern in einem Angebot der anderen Art. Nicht lesen, nicht hören, sondern über Bücher sprechen. Was im literarischen Quartett für eine überalterte Zielgruppe funktioniert hat, wollte Lettra für eine breite Zielgruppe in neuer Form präsentieren: Bücher und Autoren zum anfassen.

Gibt es zu wenig Leser in Deutschland? – Nein
Gibt es zu wenig Kulturinteressierte in Deutschland? – Nein
Gibt es keinen Markt für Bücher? – Nein

Was ist war dann das Problem? Aus unserer Sicht mangelndes Vertrauen von Kapital, öffentlicher Hand und Verbreitungs-Managern in die Kraft des geschriebenen Wortes. Eine, wie wir meinen, sehr kurzsichtige Betrachtungsweise.

Gerade die Öffentliche Hand sollte ein Interesse daran haben, dass Medienvielfalt nicht nur Erotik, Telefonspiele und massentaugliche Programme bedeutet. Hier klaffen Anspruch der Landesmedienanstalten und förderungswürdige Realität weit auseinander. Aber der geförderte Arbeitnehmer in Berlin ist wohl eher für den seichten Medien-Konsum geeignet.

Was die Investoren angeht, so ist Kultur in den Kreisen der Fonds und VCs eher ein Mittel zur Gewissenreinigung und Kundengewinnung – also Zuschussgeschäft.

Und die Kabelnetze – Musik ist dort anscheinend Kultur genug.

Also ist wohl kein Platz für ein kulturelles Zuschussgeschäft, dass gehobene Vielfalt bietet, die anscheinend keiner will?

Es ist Platz und wir bewundern den Mut – der Fall lettra hat Offen gelegt, wie es um die Wertschätzung der Medienkultur steht: Niveau sollen die kassieren, Rundfunkgebühren kassieren – dass muss doch wohl reichen!

Dienstag, 18. März 2008

Digitale Bücherverbrennung


Das war ein kurzes Schauspiel für Deutschlands ersten Literaturkanal. Schicksal oder ein Zeichen dafür, daß qualitative Unterhaltung in unserer Medienwelt nichts zu suchen hat?

Keines von Allem. Wie immer war der Kampf um die Verbreitung im Kabel Ausschlag gebend. Wenn die Zusage des größten Kabelnetzbetreibers ausfällt, dann wird es schwer. Keine KDG - keine Erlöse - kein Investor.

Warum hat die KDG abgesagt - das ist wie immer unklar. Klar ist hingegen, daß die Entscheidungskriterien nicht klar sind.

Wir wünschen lettra viel Glück bei der Suche nach einem Investor - einer muss ja die Qualitätsfahne hochhalten.


Und noch ein Nachtrag - die Berliner Förderbanken hatten zumindest kein Herz für Bücher.